Upcycling vor 100 und mehr Jahren

Vor 100 und mehr Jahren war Upcycling ein viel größeres Thema als heute. Da man nicht so viele Resourcen hatte, wurde mit den Dingen sorgsam umgegangen und wenn sie nicht mehr zu gebrauchen waren, einfach in etwas Neues umgewandelt. Hier findest du ein paar Ideen dazu.

Filzhüte weiterverwerten
Alte Filzhüte werden verwendet, indem man daraus Schuhsohlen, Topflappen u. Pfannen-Untersätze nach eigener Phantasie herstellen kann.
Aus „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“, XIII. Band, Nr. 23, Dezember 1903

Blumenvase aus einem beschädigten Lampenglas herzustellen
Einen am obern Ende geplatzten Cylinder, woran es in keinem Haushalte fehlen wird, lasse man vom Glaser bis zu 15 cm abschneiden, versehe das untere breite Ende mit einem wasserdicht verschließenden Korken und presse es in einen kreisrunden, aus Ton modellierten Fuß (ich habe auch schon Glaserkitt genommen), welcher etwa 3 cm Höhe und 8 cm Diagonale messen kann.
Den Fuß überziehe man nach dem Festwerden mit Goldbronze – Bronzepulver mit Bronzetinktur verrührt. Nachdem der Zylinder sodann mit schwarzem Spirituslack ausgegossen worden, schlingt man vom Fuße beginnend ein 1-2 cm breites Atlasband, in Schlangenwindungen, glatt und fest um das Glas, so daß der schwarze Grund zwischen den einzelnen Windungen sichtbar bleibt, lege das obere Bandende rings um den oberen Rand des Cylinders und decke die Befestigungsstelle durch ein zierliches Schleifchen. Rund um den Fußansatz befestige man eine hohe Rosarüsche aus 5 cm breitem Atlasbande, am besten paßt zu dem Schwarz gelbe Farbe, sieht aber auch ganz hübsch aus in grün und zartrosa. Diese Blumenvase läßt an Eleganz nichts zu wünschen übrig.
Aus „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“, XIII. Band, Nr. 23, Dezember 1903

Wiederverwertung von Konservenbüchsen
In manchem Haushalte sind eine ganze Menge leerer Konservenbüchsen vorhanden, womit die Hausfrau nichts anzufangen weiß und sie einfach wegwirft, und doch kann man sie ganz gut verwerten. Ich habe schon solche gesehen und war ganz eingenommen dafür. Da zu sämtlichen Konservenbüchsen, der Haltbarkeit des Inhalts wegen, gut verzinntes Blech genommen werden muß, scheuert sich dasselbe nur langsam ab und rostet infolgedessen nicht. Die sparsame Hausfrau wird das schon zu schätzen wissen.
Wenn man z. B. vom Spengler den obern Rand derselben über Draht glatt umklopfen und einen Henkel anlöten läßt, kann man die größeren sogar aufs Gas- oder Petrolfeuer stellen, die selbst bei täglichem Gebrauch sehr lange halten.
In den kleineren kann man gestoßenes Brot, Grütze, Graupen etc., auch Soda, Seife, Sand und noch vieles Andere aufbewahren, man läßt dann nur den Rand umschlagen und klebt ein Schildchen auf, welches den Inhalt angibt.
Blank geputzt gereichen sie jeder Küche zur Zierde.
Aus „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“, XIII. Band, Nr. 23, Dezember 1903

Topf- und Herdlappen
Die Rohre von alten Strümpfen werden zu viereckigen Lappen geschnitten, doppelt genommen und mit Wolle in beliebiger Farbe umhäkelt und mit einem Aufhänger versehen.
Aus „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“, XIII. Band, Nr. 23, Dezember 1903

 

Veröffentlicht in Artikel von Bastelfrau