Verwertung von Konservenbüchsen

Manche Hausfrau hat schon das Schicksal ihrer leeren Konservenbüchsen beklagt, mit denen sie nichts Besseres anzufangen wußte, als sie in den Kehricht zu werfen. Nun lassen sich aber sehr niedliche Vasen daraus anfertigen, die sich zu kleinen Geschenken, wie zum Schmuck des eigenen Heims trefflich eignen. Die Technik ist folgende:

Man schneidet zuerst die etwa noch daran befindlichen Reste des Deckels, sowie die schadhaften Ränder glatt mit der Blechschere ab, so daß man einen sauberen Becher erhält.

Dann wird die ganze Büchse von außen mit heißem Tischlerleim ziemlich dick bestrichen und rasch mit Gries, Reis oder grobkörnigem Sand bestreut. Alles Überflüssige schüttelt man ab.

Nachdem die Büchse trocken geworden, streicht man sie mit Bronzepulver, das mit ungereinigtem braunem Siccativ und etwas Petroleum angerührt ist, an. Innen, wo keine Körner festgeklebt sind, wird sie ebenfalls, aber in abstechender Farbe bronziert. Sehr gut sieht es z. B. aus, wenn die Büchsen von außen kupferrot, messinggrün, lila, blau oder silbern und von innen goldig angestrichen ist. Vergoldet man sie von außen, so streicht man sie innen statt mit Bronze lieber mit siegellackroter oder braunroter Ölfarbe an. Eine goldene Außen- und eine metallfarbene oder silberne Innenseite macht sich nicht gut, wie man denn auch echt goldene Becher niemals innen versilbert, während das Gegenteil üblich ist.

 

Die weitere Verzierung der Büchsen, die jetzt schon sehr hübsch aussehen, bewirken plastische Blumenornamente. Wer geschickt im Formen ist, kann eine zierliche Blütenranke – etwa einen Heckenrosenzweig oder eine Ranke von herbstlich gefärbtem Wein – aus Gummiknetmasse formen und in graziöser Anordnung mit Syndetikon auf der Büchse festkleben, indessen tun geleimte künstliche Blumen den gleichen Dienst. Man kann dazu alle alten Ball- oder Hutblumen verwenden. Sie werden zuerst losgewickelt, in heißen Tischlerleim getaucht und dann mit dem Stengel an einer Schnur zum Trocknen aufgehängt. Bevor sie völlig erstarrt sind, biegt man sie in die gewünschten Formen und Stellungen und läßt sie dann vollends trocknen. Darauf werden sie zu hübschen Ranken zusammengebunden, worauf man die aneinandergewickelten Stengel auch noch mit heißem Leim bestreicht, um ihnen in Übereinstimmung mit Blüten und Blätter die gleiche Dicke zu verleihen. Diese Ranken übermalt man mit Ölfarbe in den natürlichen Farben; sie sehen dann täuschend aus, wie Porzellanblumen, fast besser noch als die aus Knetmasse geformten. Zum Überfluß kann man sie noch mit farblosem Lack überziehen. Diese Blütenzweige werden alsdann auf die bronzierten Büchsen geklebt. Ranken aus Gummiknetmasse oder Brotteig bronziert man dagegen besser, da ihre Form doch meist nicht so naturgetreu ist, daß der farbige Anstrich ihnen nicht schadet. Der letztere läßt die Fehler nämlich so sehr viel mehr hervortreten.

Sehr gut sieht es aus, wenn man zu der plastischen Dekoration ein farbiges Seidenband fügt, welches die Büchse umschlingt und sich anmutig durch die Blüten windet. Statt Gries, Reis oder Sand kann man auch alte Flaschenkorke zum Bekleiden der Büchsen verwenden. Sie werden in kleine unregelmäßige Stücke zerschnitten und auf die Büchsen geleimt. Nach dem Bronzieren – indessen dürfen diese Korkstücke nur mit Silber oder Gold, niemals farbig bronziert werden – sehen die Büchsen fabelhaft gediegen aus, fast, als ob sie aus Edelmetall beständen.

Überhaupt gilt als Regel, dass diese dekorierten Büchsen um so hübscher sind, je dicker sie nach dem Bekleben erscheinen. Bleiben sie zu dünn, so gemahnen sie zu sehr an Blech.

Die mit Kork bekleideten erübrigen des Blumenschmucks, man umwindet sie nur mit einem schweren seidenen Band, das zur Schleife geknüpft wird.

 

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