Unterlegscheiben sind diese kleinen Metallscheiben mit Loch in der Mitte, die man meistens nur aus dem Werkzeugkasten kennt. Beim Basteln mit Unterlegscheiben merkt man schnell, dass sie viel mehr können, als man denkt. Sie liegen oft irgendwo herum, werden kaum beachtet – und genau deshalb eignen sie sich ziemlich gut für einfache und schnelle Ideen.
Grundlagen zum Basteln mit Unterlegscheiben
Materialien und Werkzeuge
Unterlegscheiben bekommst du in verschiedenen Größen und Materialien. Meist sind sie aus Metall, was ihnen dieses eher klare, etwas technische Aussehen gibt. Gerade bei Schmuck spielt das Gewicht eine Rolle – große Metallscheiben sehen gut aus, sind aber nicht immer angenehm zu tragen.
Es gibt auch ähnliche Teile aus Holz, die allerdings oft anders heißen, zum Beispiel Distanzplättchen oder Montageplättchen. Sie sind in der Regel nicht rund, sondern eher rechteckig oder keilförmig. Für Bastelideen macht das aber keinen großen Unterschied – entscheidend ist, was sich gut verarbeiten lässt.
Dazu kommen je nach Idee einfache Dinge wie Draht, Bänder oder einzelne Anhänger. Viel mehr braucht man oft gar nicht. Das ist auch das Angenehme an dem Material: Man kann direkt loslegen, ohne erst viel vorzubereiten.
Wichtig ist nur, dass die Kanten nicht scharf sind. Manche Unterlegscheiben sind recht rau, da lohnt es sich, einmal kurz drüberzuschauen oder sie etwas nachzuarbeiten.
Vorbereitung der Unterlegscheiben
Bevor du sie weiterverarbeitest, sollten die Unterlegscheiben sauber sein. Gerade wenn sie aus dem Baumarkt kommen, sind oft noch Rückstände drauf. Meist reicht warmes Wasser mit etwas Spülmittel und ein Tuch oder eine alte Zahnbürste. Wenn sie fettig sind oder sich etwas klebrig anfühlen, hilft auch ein kurzer Wisch mit Alkohol oder Nagellackentferner. Danach gut trocknen lassen, damit Farbe oder Kleber später besser halten.
Danach kannst du sie so lassen, wie sie sind, oder verändern. Lackieren, bemalen oder bewusst im „rohen“ Zustand lassen – das macht optisch einen großen Unterschied. Nicht jede Farbe hält auf Metall gleich gut, das merkt man meist erst beim Ausprobieren.
Schmuck aus Unterlegscheiben
Unterlegscheiben bieten sich fast automatisch für Schmuck an, weil die Form schon da ist und das Loch in der Mitte viele Möglichkeiten eröffnet.
Halsketten
Als Anhänger funktionieren Unterlegscheiben besonders gut. Eine einzelne wirkt eher schlicht, mehrere zusammen sehen schnell interessanter aus. Unterschiedliche Größen oder Farben bringen mehr Bewegung ins Ganze. Die folgende Unterlegscheibe wurde mit Pebeo Moon Effektfarbe bemalt. Das ist eine meiner Lieblingsfarben. Die Anleitung für den Anhänger findest du im Artikel Edler Marmor-Look: Kettenanhänger aus Unterlegscheibe bei Bastelfrau. Ein Set mit den Pebeo Fantasy Moon Farben bekommst du bei Amazon.
Mit einem Lederband wirkt es eher schlicht, mit Kette oder zusätzlichen Elementen etwas auffälliger. Das kann man gut anpassen, ohne viel Aufwand.
Ohrringe
Ohrringe sind möglich, aber hier merkt man das Gewicht am schnellsten. Große Metallscheiben können schnell zu schwer werden. Kleine oder dünnere Varianten funktionieren besser. Wenn mehrere Scheiben kombiniert werden, entsteht Bewegung – das sieht gut aus, kann aber ebenfalls schwer werden. Da hilft nur ausprobieren.
Armbänder
Für Armbänder lassen sich mehrere Unterlegscheiben verbinden. Das wirkt oft etwas technischer oder rustikaler, was nicht immer gewollt ist, aber genau darin kann auch der Reiz liegen. Wer es weicher mag, kombiniert die Metallscheiben mit Stoff oder Leder. Dadurch wirkt das Ganze gleich weniger „hart“.
Ringe
Ringe mit Unterlegscheiben funktionieren anders, als man im ersten Moment denkt. Die Scheibe wird nicht als Ring selbst verwendet, sondern als ein kleines Element oben drauf. Dafür eignet sich eine kleinere Unterlegscheibe, die gestaltet und anschließend auf eine Ringschiene geklebt wird. So entsteht ein stabiler Ring, der sich ganz normal tragen lässt. Aber auch die großen Unterlegscheiben eignen sich dafür, zumindest was die Optik angeht. Ob der Ring nicht letzten Endes zu schwer ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Gerade weil die Form so klar ist, wirkt das Ergebnis oft schlicht, aber auffällig genug, um als Blickfang durchzugehen. Wie gut das funktioniert, hängt vor allem davon ab, wie sauber die Scheibe vorbereitet und befestigt ist.
Weitere Ideen mit Unterlegscheiben
Neben Schmuck gibt es noch weitere einfache Möglichkeiten, Unterlegscheiben weiterzuverwenden.
Ein Windspiel aus mehreren Scheiben erzeugt ein eher metallisches Geräusch. Das ist nicht besonders leise, kann aber genau das sein, was man möchte.
Auch für kleine Deko- oder Memoboard-Ideen lassen sich Unterlegscheiben einsetzen, vor allem wenn sie vorher gestaltet wurden. So entstehen nach und nach einzelne Elemente, die zusammenpassen, ohne gleich perfekt sein zu müssen.
Als Schlüsselanhänger funktionieren sie ebenfalls gut. Sie sind stabil, lassen sich einfach kombinieren und halten auch länger etwas aus.
Wenn du solche Materialien gern zweckentfremdest, lohnt sich auch ein Blick auf Nachhaltigkeit trifft Kreativität: Wie man mit Avocadokernen schnitzt – das geht in eine ähnliche Richtung, nur mit einem ganz anderen Ausgangsmaterial.
Tipps und Erfahrungen
Unterlegscheiben sind unkompliziert, aber nicht für alles geeignet. Sehr filigrane Bastelideen funktionieren damit eher schlecht, weil die Form immer präsent bleibt.
Am besten wirken sie dann, wenn man genau das nutzt – also die klare, einfache Form nicht versteckt, sondern bewusst einsetzt.
Auch bei Farben oder Klebstoffen lohnt es sich, ein bisschen zu testen. Was auf Papier gut funktioniert, hält auf Metall nicht automatisch.
Fazit
Basteln mit Unterlegscheiben ist einfach, weil das Material schon da ist und nicht viel Vorbereitung braucht. Gerade für Schmuck oder kleinere Projekte sind sie gut geeignet. Man darf nur nicht erwarten, dass alles damit funktioniert. Aber genau das macht es interessant: Mit wenig Material entstehen Ideen, auf die man sonst vielleicht nicht gekommen wäre.
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