Wasserschöpfrad

Gewöhnliche Schöpfräder sind rotierende Räder, die mit einem Teil ihres Umfangs in Wasser tauchen und meist kleine Gefäße besitzen, die sich mit Wasser füllen, das sich in eine Rinne ergießt, sobald das Stück des Umfangs mit dem dazugehörigen Gefäß seinen höchsten Stand erreicht hat.

Bei stehenden Gewässern (Teichen) muss das Schöpfrad durch einen Motor angetrieben werden. Bei fließenden wird das Rad durch das Wasser selbst in Umdrehung versetzt; in diesem Falle müssen die Öffnungen der Schöpfgefäße stromabwärts gerichtet sein und am Radumfang sind die Schaufeln wie bei einem unterschlächtigen Wasserrad anzubringen.

Unser Schöpfrad kann ebenso gut im Zimmer über einem Wasser enthaltenden flachen Gefäß wie im Freien in einem Bächlein oder mit Hilfe der Wasserleitung als Betriebsmodell in Tätigkeit gesetzt werden.
Material:

1. Eine Blech(Konserven-)büchse von 9 cm Durchmesser und mindestens 4 cm Höhe;

2. ein Hartholzbrettchen von 1 :10 : 10 cm;

3. einige Laubsägeholzabfallstücke von 0,5 cm Stärke

4. ein Stück Postkistchenholz von 0,6 :12 : 20 cm;

5. sechs Stück Blechgefäße von 1,5 cm Durchmesser und 1,5 cm Höhe, sowie ein Weißblechstück von 7,5 cm Breite und beiläufig 10 cm Länge.

Ausführung:

Die kleinen Blechgefäße (Material 5) werden am besten durch Zerschneiden einer Weißblechröhre von 1,5 cm Durchmesser und 9 cm Länge in sechs gleiche Teile erhalten; man versieht sie dann mit Bodenstücken.

Von der Blech-(Konserven-)Büchse wird ein Ring von 3 cm Breite abgeschnitten und auf seiner Außenseite mit weißem Papier überklebt, auf das die Einteilung nach der Abbildung zu übertragen ist, wodurch man am Umfange des Ringes Rechtecke erhält, von denen jedes zweite mit der Metall-Laubsäge auszuschneiden ist.

Auf dem vollen Teil des Ringes sind noch zwölf Bohrlöcher in gleichen Abständen anzubringen.

Aus dem Hartholzbrettchen (Material 2) wird eine kreisrunde Scheibe von 9 cm Durchmesser ausgesägt und in ihrer Mitte mit einem quadratischen Ausschnitt von 0,5 cm Seitenlänge versehen, sodann in den Blechring geschoben und dann durch Nägel festgemacht, die durch die Bohrlöcher des Ringes in den Scheibenumfang einzuschlagen sind.

Soll das Rad mit Schaufeln versehen werden, dann sind diese durch die etwas weiteren Bohrlöcher des Blechrings in solche der Holzscheibe einzuführen. Auf die sechs zahnartig vorstehenden Teile des Blechrings sind die sechs kleinen Blechgefäße aufzulöten.

Hierauf ist eine etwa 10 cm lange Hartholzachse mit viereckigem Mittelstück in die Öffnung der Holzscheibe einzukeilen.

Die angedrehten Enden der Achse kommen in die Achsenlager der Radträger und letztere neben einen Ausschnitt von 4-4,5 cm Breite und 12 cm Länge so auf das Brettchen (Material 4), dass das Rad sich in ihm ohne Hemmung drehen lässt. Die Radträger (Achsenlager) erhalten eine solche Höhe, dass der untere Teil des Rades in das Wasser eintaucht (2,5-3cm).
An dem aus der Holzscheibe herausragenden Achsenende ist außerhalb des Achsenlagers eine Rolle (kreisrunde, an der Peripherie mit einer rinnenförmigen Vertiefung versehene, aus drei dünnen Laubsägeholzteilen angefertigte Scheibe) mit einem Handgriff anzubringen.
Die Rolle dient zur Aufnahme einer Transmissionsschnur der benützten Kraftmaschine, der Griff zum Antrieb mit der Hand.

Aus dem Blechstreifen (Material 5) wird eine in ihrem oberen Teile 5 cm breite, nach abwärts sich bis auf 1,5 oder 2 cm verjüngende Rinne mit aufgebogenen Rändern gefertigt, die zum Auffangen und Ableiten des geschöpften Wassers dient und mit dem breiten, muldenförmigen Oberteil in die linke oberer Hälfte des Radinnern oberhalb der Achse so einzuführen ist, dass die Umdrehung des Rades nicht gehemmt wird. In dieser Lage muss sie durch den verlängerten linken Radträger und eine zweite Unterlage gestützt werden.

Im Zimmer stellt man das fertige Schöpfwerk mit dem Bodenbrettchen auf ein flaches (3-4cm tiefes) mit Wasser gefülltes Gefäß (Glas- Blechwanne), aus dem durch Umdrehung des Rades Wasser geschöpft und in die Rinne entleert wird, die es in ein Sammelgefäß oder wieder in die Wanne ableitet. In fließendem Wasser muss man am Ufer aus Bau(Ziegel-) Steinen einen schmalen Kanal einbauen, über den das Schöpfrad auf den Dämmen (Ziegeln) befestigt werden soll, damit es durch die Strömung nicht abgetrieben wird.

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